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Was lebst du?

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2004, Kino-Dokumentarfilm, Buch / Regie: Bettina Braun, 84 Min., DV
Vier muslimische Freunde aus Köln geben einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben zwischen Schule und Erwachsenwerden.

Produktion ICON FILM (ab 07/07 COIN FILM)
im Auftrag von ZDF / Das kleine Fernsehspiel
Weltpremiere Duisburger Filmwoche 2004 / Eröffnungsfilm
Verleih COIN FILM / real fiction


Inhalt

In ihrem Debüt-Dokumentarfilm „Was lebst du?“ begleitet Bettina Braun über zwei Jahre lang mit der Kamera eine in Köln lebende Gruppe muslimischer Freunde im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Sie dokumentiert den Alltag der jungen Männer zwischen Schule und Ausbildung, traditionellem Elternhaus und westlichem Lebensstil, klischee-hafter Selbstdarstellung und eigenen Träumen.
Die vier Freunde Ali, Kais, Ertan und Alban gehören zu einer Gruppe von Jugendlichen, die unser Alltagsbild mitprägen und von denen es Hunderttausende in Deutschland gibt. Trotzdem kommen wir im täglichen Leben selten näher mit ihnen in Berührung. Durch Machogehabe und Sprücheklopferei bestätigen sie Vorurteile, die wir kaum hinterfragen. Doch auf den zweiten Blick durchbrechen sie diese Klischees. Selbstinszenierung und Posen fallen, werden selbstironisch auf die Schippe genommen. Zu Tage tritt das konfliktbeladene, aber auch warmherzige und tiefgründige Wesen der Jugendlichen. Ihr Treffpunkt ist das Kölner Jugendzentrum „Klingelpütz“, wo sie bereits in früher Kindheit ein zweites Zuhause gefunden haben. Die vier jungen Männer stammen aus marokkanischen, tunesischen, türkischen und albanischen Familien. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie als eine in Deutschland lebende Minderheit verbindet, ist jedoch stärker als alle ihre Differenzen. Loyalität und gegenseitiger Respekt bestimmen den Umgang, auch wenn der Ton oft rau und direkt ist.

Bettina Braun, Absolventin der Kölner Kunsthochschule für Medien, zeigt in einer Mischung aus großer Nähe und diskreter Distanz die Entwicklung ihrer jungen Protagonisten in einem unbekannten Alltag in Deutschland und sie begleitet die Jugendlichen auf der Schwelle stehen zwischen dem, was sie als Kinder waren und was sie als Erwachsene sein werden.

Preise

  • 2013 Grimmepreis Trilogie
    2006 Deutscher Kinder-/Jugendhilfepreis
    2005 film+ Schnittpreis / Bester Dokumentarfilm
    2005 Cologne Conference / Phoenix-Preis Bester Dokumentarfilm
    2005 Filmfestival Türkei-Dtl. / Bester Dokumentarfilm
    2004 Duisburger Filmwoche / Publikumspreis

Stab


    BUCH / REGIE / KAMERA / TON Bettina Braun
    SCHNITT Gesa Marten, Bettina Braun
    REDAKTION Christian Cloos - ZDF / Das kleine Fernsehspiel
    PRODUKTION Herbert Schwering, Christine Kiauk

Regieanmerkung


Über zwei Jahre habe ich den Alltag von Ali, Kais, Ertan und Alban mit der Kamera begleitet. Die Zeit war geprägt von Enttäuschungen, Konflikten und auch großen Erfol-gen. Begonnen hat alles mit einem Besuch im Jugendzentrum „Klingelpütz“ mitten in Köln. Hier treffen sich seit vielen Jahren jugendliche Migranten. Schon bei der ersten Begegnung beeindrucken mich die Jungs mit ihrer Direktheit und Präsenz. Ihre Wider-sprüchlichkeit ist faszinierend, Machogehabe und klischeehafte Selbstdarstellung bestimmen ihr Auftreten. Aber auch Loyalität und gegenseitiger Respekt sind immer gegenwärtig, selbst wenn der Ton oft rau und direkt ist. Die vier Freunde kommen aus marokkanischen, tunesischen, türkischen und albani-schen Familien. Um ihr Leben und Denken zu erzählen, muss auch ich meine eigene Haltung immer wieder auf den Prüfstand stellen. Je tiefer ich in das Leben der Jungs eintauche, desto mehr wird mein Blick durch ihre Welt gelenkt. Und auch an meinem Leben nehmen sie immer mehr teil. So wächst mit meiner Schwangerschaft und später als Mutter das gegenseitige Vertrauen vor und hinter der Kamera. Der Film ist eine Reise in einen unbekannten Alltag in Deutschland und zeigt die Jungs auf der Schwelle zwischen dem, was sie als Kinder waren und was sie als Erwachsene sein werden.

Bettina Braun
Köln, Oktober 2004

Die Clique

ALI EL MKLLAKI (geboren am 08.02.1983 in Köln)
„Ich fand es eigentlich von Anfang an cool: Mal was anderes. Ja, die Leute sollen mich mal sehen und meine Meinung hören. Als ich den fertigen Film über uns dann gesehen habe, war ich richtig stolz darauf und begeistert. Bettina hat gute Arbeit geleistet. Bettina war nicht nur die Frau, die gedreht hat, nach 'ner Zeit wurde sie eine sehr gute Freundin, die mir ans Herz gewachsen ist. Wenn ich zum Test in die Schule musste, ist sie mitgekommen. So habe ich mich sicherer gefühlt. Als ich zum Casting für das Musical gegangen bin, hat sie mich praktisch dazu gezwungen. Und ich bin ihr auch jetzt dafür dankbar. Sie und meine beiden Freunde haben mich damals begleitet. Natürlich war die Kamera auch da - wie immer! Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich noch mal bereit wäre, so ein Projekt zu machen. Die zwei Jahre, die wir gedreht haben, waren zwei schöne Jahre.“

KAIS SETTI (geboren am 14.02.1985 in Köln)
„Zwei Jahre - eine lange Zeit denkt man, klar, aber sie ging echt schnell vorbei. Am Anfang, als Bettina auf uns zukam, war ich begeistert, aber die Begeisterung verflog nach einer Weile. Zwischenzeitlich dachte ich sogar daran, aufzuhören, weil sich alles sehr hinzog. Natürlich war mir nicht klar, dass so ein Projekt so viel Zeit in Anspruch nimmt. Klar wusste ich, dass ich sehr viel Energie aufbringen musste, aber nicht in dem Maß. Im Nachhinein weiß ich, dass ich noch mehr Kraft aufbringen könnte. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Trotz alledem, bin ich sehr begeistert über den Film "Was lebst du?". Er zeigt es einfach so, wie es ist, und sich selber zu sehen in so einer Zeitspanne ist auch sehr spannend für mich und meine Jungs gewesen, da man in dem Film sehr schön die Entwicklung der einzelnen Charaktere sieht. Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es sich für mich und die Jungs auf jeden Fall sehr gelohnt hat. Im Nachhinein möchte ich diese Zeit nicht missen und ich bin sehr stolz, dass ich an diesem Projekt mitwirken durfte. Ich weiß außerdem auch, dass ich Bettina oft Kopfschmerzen bereitet habe, aber ich glaube es hat sich gelohnt. DANKE.“

ALBAN KADIRI (geboren am 23.01.1986 im Kosovo)
„Am Anfang waren wir misstrauisch, aber es hat sich dann später alles zum Besten entwickelt. Wir wussten nicht, wie wir uns vor der Kamera verhalten sollten. Doch später waren wir die Schauspieler. Wir spielten ein Stück, ohne einen Text auswendig zu lernen: unser Leben. Es war cool, was anderes, und es ist auch komisch, unser Leben im Fernsehen anzuschauen. Wie wir uns benommen haben, was für Probleme entstanden und vieles mehr. Aber im Endeffekt bin ich glücklich, so eine Chance bekommen zu haben, und danke hiermit Bettina Braun und ihrem Team. Vielen Dank.“

ERTAN DINC (geboren am 29.05.1982 in der Türkei)
„Ich wollte einfach nur sagen, dass mir eins nach dem Film aufgefallen ist: Die meisten Deutschen meinen nur, sie würden die Ausländer kennen. Das ist mir aufgefallen, weil mich noch nie so viele Deutsche mit so strahlenden Augen angeschaut haben, wie nach der Premiere auf dem Filmfestival in Duisburg.“

Pressestimmen

LA Times,Los Angeles, 06.03.05
...Braun lifts them (the protagonists) above stereotypes. ... At the end of "Whatz up?’ Ali stands on a corner. ... For a beautiful, fleeting moment he feels lifted above his neighborhood, "reed from his predicament. Maybe he will ... prosper among the "blue eyes’ of Germany. And then he wonders if he is dreaming again...

Wiesbadener Kurier, 22.02.05
...Hier (in der Reihe "Perspektive Deutsches Kino’) hat in diesem Jahr Bettina Braun mit "Was lebst du?’ eine viel versprechende Visitenkarte abgegeben, eine Langzeitstudie über vier Jugendliche ..., in denen die Regisseurin deren Positionskämpfen auf der Spur ist, aber auch deren gegenseitigen Respekt beleuchtet...

Freitag, 18.02.05

...Der Film (Was lebst du?) erweist sich vor dem Hintergrund der aktuellen Multikulturalismus Diskussion als Glücksfall, weil er die Normalität der zweiten, in Deutschland geborenen Migrantengeneration zeigt. ... Trotz aller Paradoxien eines Lebens zwischen zwei Kulturen ist Bettina Braun ein unterhaltender, temporeicher Film gelungen ...

Süddeutsche Zeitung, 14.02.05
...Verblüffend ist die Nähe der deutschen Regisseurin zu diesen Jugendlichen aus marokkanischen, türkischen, albanischen und tunesischen Familien, von denen man Machogehabe erwartet gegenüber einer Frau...

Münchner Merkur, 12.02.05

Bezeichnungen wie "Multikulti" oder "Parallelgesellschaften" sind keine Worthülsen, sondern gelebte Realität. Bettina Brauns verstörend direkter Film erzeugt Nachhall...

Der Tagesspiegel, Berlin, 10.02.05
...Das ist frustrierend, entnervend, komisch, verständlich und – so wie die Regisseurin von ihren Filmpartnern direkt angesprochen oder auch mal angegriffen wird- sehr, sehr nah dran...

TAZ, Berlin, 10.02.05
...selten sonst wird man einen ähnlich differenzierten und vielschichtigen Einblick gewährt bekommen in die Lebensentwürfe und Ansichten von Jugendlichen, die von den Medien normalerweise unter den Rubriken "Problemgruppe" und "Parallelgesellschaft" entlang fest eingeschliffener Routinen abgehandelt werden. ... Dass sie dies trotz allem mit Selbstbewusstsein und einer gehörigen Portion Humor tun, macht den Film zu einem der sehenswertesten des Programms. Man wundert sich, warum die Programmverantwortlichen ihre Reihe nicht mit diesem Film eröffnen, ...

Rheinischer Merkur, 10.02.05
...Aus dem Wechselspiel zwischen Selbstdarstellung und Beobachtung, Traum und Realität, westlichem Lebensstil und tradierten Sitten entstehen Reibungsflächen, aus denen die Kraft des Films erwächst...

Tip Magazin/Berlin – 09.02.05
... Mit ihrem packenden Doku-Debüt "Was lebst du?’ taucht sie ein in das Leben von Ali, Kais, Ertan und Alban. ... Sie träumen von Blitzkarrieren als Starfriseur, Rapper und Schauspieler. Wurde was draus? ... Bei allen erlebten Enttäuschungen und Erfolgen zeigen sie Humor und eine seltene Offenheit. Und so fiebert man mit, wenn sich ihr Leben so darstellt, wie es wirklich ist...

EPD Medien, 24.11.04
..."Was lebst du?" ist ein schneller Film, voller Humor, sehr nah dran an den Menschen, unmittelbar und leicht im Ton. ...
Eine berührende Milieustudie mit vielen Zwischentönen.Eine berührende Milieustudie mit vielen Zwischentönen...

Tagesspiegel, Berlin, 22.11.04
...Eine Spannungsreiche Begegnung. Ein aufregendes Experiment in Interkulturalität, das vom Multikulti-Idyll ebenso weit entfernt ist, wie vom Schreckensbild der wuchernden Parallelgesellschaft...